Südafrika und Kanaren - Wintertraining

 

Im Sommer findet das Training zwischen den Events auf den Kanaren statt, daher bleiben alle in den Sommermonaten immer dort. Den Winter verbringen alle immer in Südafrika, da dann dort Sommer ist und der Wind richtig bläst. „Das macht den Reiz der Tour aus, man kennt so viele Leute aus aller Welt und es gibt spezielle Spots wo zu bestimmten Zeiten immer alle zu finden sind“, so Hausberg.

 

Langweilig wird es nie. „Da trifft man das ganze Jahr über die gleichen Leute egal wo man auf der Welt ist, es sind immer schon zwanzig, dreißig Bekannte auf dem Wasser und man kann sich gleich für Abends verabreden. Das ist klasse.“

 

Daher verbrachte sie auch zwei Jahre auf den Kanaren und zwei Winterhalbjahre in Südafrika. „Das wird dann irgendwann zur Zweitheimat, nicht nur weil man so lange da war, sondern, weil der Bekanntenkreis ja immer der Gleiche bleibt.“

 

 

In den windfreien Zeiten kann man dann mit den Leuten immer tolle Erkundungstouren durch das ganze Land machen. „Ich glaube ich bin selten so viele Kilometer am Stück gefahren wie in Südafrika.

Einmal sind wir ins Inland und einmal bis nach Namibia hochgefahren. Das war schon gefährlich, weil unsere Autos alles andere als verkehrssicher waren.“

 

 

„Sowas geht auch nur, wenn man Land und Leute kennt und Einheimische mitnimmt, sonst ist das saugefährlich. Afrika war nicht nur wegen der Surfbedingungen spannend. Auch diesen Unterschied zwischen arm und reich so kontrastiert nebeneinander zu sehen war krass. Da fährt man zum Wellenreiten mit einem 30.000 Dollar-Pickup durch die Slums, das ist doch komisch. Aber auch gut, weil es einem den Kopf gerade rückt. Ich bin oft in den Slums zu Besuch gewesen, weil unsere Haushälterin dort gelebt hat. Sie hat mich oft zum Essen eingeladen.

 

„Vor solchen Leuten habe ich mehr Respekt als vor so manchem Angeber der sich alles auf Kredit kauft und damit hausieren geht, als wenn das eine Leistung wäre. Eine andere Frau dort hatte meine Unibücher gestohlen, weil für sie Bildung wertvoll ist. Als sie erfuhr, dass ich sonst durch meine Abschlussprüfung falle, hat sie mir die Bücher zurückgegeben. Ich war kein bisschen sauer, sondern dankbar für so eine Erfahrung. Unfassbar wie privilegiert wir sind und es nicht einmal merken.“

 

 

„Ich finde so eine Zeit verändert  einen  sehr, weil die Dauer und Intensität der neuen Erfahrungen Zeit hat zu reifen, nicht so wie bei einem Kurzurlaub, man bekommt einen viel tieferen Eindruck. Das hat mich sehr geprägt. Im positiven durch die vielen Erfahrungen und Perspektiven, wie auch im Negativen, ich glaub ich bin momentan ein bisschen reisemüde. Trotz aller Unterschiede ist am Ende überall auch wieder alles gleich und man lernt die Vorzüge des Westens wirklich kennen.“

 

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(c) 2014 Andrea Hausberg